Tiere sind bei einem Transport erheblichen Belastungen ausgesetzt. Das Einfangen und die Herausnahme aus der gewohnten Umgebung, das Zusammentreffen mit fremden Menschen und Artgenossen sowie die transportbedingten Zwangsmaßnahmen verursachen nicht selten Erregungs- und Angstzustände. Auch die Umstände auf den Schlachtbetrieben verursachen Stress bei den Tieren, was häufig eine schlechtere Fleischqualität zur Folge hat.
Besonders im Hinblick auf Rinder aus ganzjähriger Freilandhaltung, die in der Regel weniger Kontakt zu Menschen haben und häufig keine Zwangseinrichtungen gewohnt sind, ist das Einfangen auf der Weide, der Transport, das Entladen und Treiben auf dem Schlachtbetrieb nur unter großem Aufwand durchführbar.
Die Erregung der Tiere ist verantwortlich für sichtbare Mängel wie Verletzungen, aber auch für zunächst nicht erkennbare Mängel in der Fleischbeschaffenheit, die sich beispielsweise als DCB-Fleisch (dark cutting beef) oder DFD-Fleisch (dark, firm, dry) -Fleisch erkennen lassen. Weisen die Tiere ein Energiedefizit auf und leiden unter extremer Erschöpfung, steht für die Glykogenolyse keine Energie zur Verfügung. Der pH - Abfall bleibt aus und es kommt zu keiner Säuerung des Fleisches. Die Folge: DCB- oder DFD-Fleisch. Das Fleisch ist in der Qualität so sehr gemindert, dass es häufig nicht mehr zum Verzehr geeignet ist.
Wissenschaftliche Untersuchung zum Einfluss des stressfreien Schlachtverfahrens "Kugelschuss auf der Weide" auf die Fleischqualität

An der Universität Kassel-Witzenhausen, Fachgebiet Tierernährung und Tiergesundheit, Fachgebiet Agrartechnik (Frau Schiffer) und in Kooperation mit der ISS Tacke Trampenau GbR wurde 2010 eine Untersuchung zum "Einfluss eines stressfreien Schlachtverfahrens auf die Fleischqualität" auf dem Galloway haltenden Betrieb Bunde Wischen e.V. in Schleswig durchgeführt. Im Rahmen der wissenschaftlichen Untersuchung wurden 20 Rinder aus ganzjähriger Freilandhaltung herkömmlich zum Schlachtbetrieb gefahren und 20 Rinder per Kugelschuss auf der Weide betäubt und getötet. Die Tiere stammten alle aus einem Herdenverband. Verglichen wurden herkömmliche Fleischqualitätsparameter wie Tropfsaftverlust, Kochsaftverlust, Grillsaftverlust, Scherkraft und Fleischfarbe. Neben diesen Parametern wurde der pH-Wert untersucht, Laktat und Glucosegehalt im Blut bestimmt und der Ausblutungsgrad erhoben. Weiter wurde eine sensorische Untersuchung des Fleisches vorgenommen.
Die Ergebnisse liegen noch nicht vor, bei Interesse wenden Sie sich an uns oder direkt an Frau Schiffer (FG Agrartechnik, Universität Kassel-Witzenhausen).